Stand: 09. Sep 2010

Lisas Tagebuch

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Freitag, 12.3.2010

Heute gings mir schon viel besser als die letzten Tage.

Ich konnte in den Schulen alles mögliche klären und Rechnungen begleichen, danach fuhr ich noch einkaufen für den Kochkurs, vorbei bei der Feuerwehr, zur Schreibwarenhandlung,

dann fuhr ich mit Freunden ins Behindertenheim Hogar Norma, um diese dort zu besuchen. Wir wurden freundlich begrüsst und ich war angenehm überrascht über das neue Direktorenpaar (jung, engagiert). Die letzten hatten es uns zum Schluss nämlich ein wenig verleidet, durch ihr Desinteresse. Aber nun scheint wieder ein neuer Wind zu wehen und so macht es auch Spass, zu helfen. Ideen haben wir alle viele, aber hinter allem steckt eben auch viel Arbeit und Organisation sowie das notwendige Durchhaltevermögen.

Auf dem Rückweg besuchte ich noch Iris und ihre Familie (Mutter von Mizael) - ich hatte ja schon von dem Pflegefall berichtet. Die Uroma war da und der kleine Mizael. Mizael konnte ich von seinen Paten "Gummibärchen" überreichen; für Iris konnte ich dank einer Sonderspende von Freunden hier in Paraguay Windeln, Medikamente und Pflegeprodukte kaufen und mitbringen. Dank gilt Euch allen, auch unserem Freund aus Deutschland, der heute den Behinderten, vertreten durch die Direktoren, einen Geldbetrag überreichte, welcher für eine Runde Eis, Limo, usw. verwendet werden soll. Da heute abend Einweihung des neuen Fussball-Freizeitcentrums in Ypacarai stattfinden soll, steht ganz Ypacarai Kopf und alle wollen hin. Auch der Hogar Norma Bus wird also hinfahren und sie werden alle mit dabei sein.

Ob wir gehen, weiss ich noch nicht, .... unsere Volontäre fahren nach Villarrica und wir können ja schauen, was unsere Gäste und die Kinder vorhaben.

Von Teresas Mutter gibts nur teilweise Neuigkeiten. Es müssen weitere Untersuchungen gemacht werden, Fortsetzung also ab Montag nächster Woche. Zumindest sieht es nicht ganz so hoffnungslos aus wie befürchtet und es besteht die Chance auf eine Behandlung oder Operation. Bei der Gelegenheit erzählte sie mir von Begebenheiten in den Hospitälern, wo es einem wirklich fast den Magen umdreht. Beispiele: Behandlungen sind laut Gesetz gratis, aber NUR wenn man in ein Krankenhaus eingewiesen wurde. Ansonsten bezahlt man. Braucht man schnell ein Ergebnis, muss man eben "Beschleunigungsgeld" bezahlen. Leute warten wochen- und monatelang, bis sie ihre Untersuchungen machen können, dass überhaupt einmal eine Diagnose vorliegt. Der Fall eines siebenjährigen Jungen geht mir nicht aus dem Kopf, der eine akute Entzündung und Blut im Urin hat. Die dringend benötigte Untersuchung ist auf ENDE APRIL angesetzt oder die Mutter muss es eben privat bezahlen, was sie eben nicht kann, weil sie bereits vorangegangene Untersuchungen finanzieren musste. Das ist alles so traurig und leider kein Paradebeispiel; wiederspiegelt die medizinischen Zustände im Land. Wenn man da nicht an einen Arzt kommt, der ein wenig sozial und menschlich eingestellt ist, ist man verloren.

Wir drücken nun wenigstens Teresas Mama die Daumen dass sich alles zum Guten wendet.

Während wir heute Kochkurs hatten, wurden Ulis Schafe angeliefert: 4 an der Zahl, eines davon trächtig, der Bock ziemlich bockig. Nun ja, wie gesagt, es sind ja auch ULIs Schafe und er wird sie schon in Griff bekommen. Die Hunde kriegten sich kaum mehr ein, ... während wir uns nicht in unserer Arbeit beirren liessen. Es gab heute:

Sojakroketten mit Gurken-Kartoffel-Gemüse in Senf-Sahnesauce, Sojamilchgetränk, Hefekuchen mit Rosinen, Karotten-Nuss-Kuchen, krokante Soja-Knabberei karamelisiert. War alles seeeehr lecker.

Hinweis an Sven: nächstes Mal gibts deutsche Küche, damit die "empleadas" in deutschen Haushalten dann auch ihr Können beweisen ...

und an Günter: ich habe Deinen Ratschlag befolgt und bereits begonnen, zu delegieren: Sonia half bei der Vorbereitung und Durchführung des Kochkurses und wir werden weitere Schritte gemeinsam besprechen, wie sie oder auch jemand anders mich bei der Projektarbeit entlasten kann.